Chronische Wunden

Chronische Wunden

Wenn trotz eingeleiteter Behandlung eine Wunde nicht innerhalb einer bestimmten Zeitspanne abheilt, wird sie als chronisch eingestuft. Sehr häufig handelt es sich um ein Ulcus cruris („offenes Bein“), das in Verbindung mit einem Venenleiden auftritt.

Chronische Wunde: Steckbrief

Was ist eine chronische Wunde?

  • Eine Wunde gilt dann als chronisch, wenn sie trotz fachgerechter Therapie mehr als acht Wochen keine Heilungstendenzen zeigt

Häufige chronische Wunden

  • Ulcus cruris venosum
    • „Offenes Bein“, das meist bei einem fortgeschrittenen Venenleiden auftritt
    • Substanzdefekt im Bereich des Unterschenkels, der bis in die Lederhaut hineinreicht
    • Ursache: Hoher Druck des Blutes in den Venen
    • Meist Besiedlung mit Bakterien
  • Dekubitus
    • Druckgeschwür
    • Schlecht oder langsam heilende Wunde, die durch eine Minderdurchblutung ausgelöst wird
    • Tritt häufig bei bettlägerigen Patienten auf; mitunter auch bei schlecht angepasstem Gipsverband

Behandlung

  • Behandlung von Ulcus cruris venosum
    • Behandlung der Grunderkrankung
    • Regelmäßige Reinigung der Wunde mit einer Kochsalzlösung
    • sog. “Wundtoilette” (Débridement): Abtragen von abgestorbenem und entzündetem Gewebe
    • Wundauflagen nach dem Prinzip der feuchten Wundheilung, z. B. mit feuchten Kompressen, Folien, Gaze, Auflagen mit Hydrogel, etc.
    • Ggf. sog. Vakuumversiegelungstherapie oder Hauttransplantation
    • Schmerzbehandlung, z. B. mit Ibuprofen, Paracetamol
    • Bei Bakterien-Befall: Antibiotika
    • Ggf. psychotherapeutische Begleitung
  • Behandlung von Dekubitus
    • Lokale Druckentlastung (z. B. Lagerungshilfen, regelmäßige Umlagerung)
    • Wundauflagen, meist nach dem Prinzip der feuchten Wundheilung
    • Ab Stadium 3: Entfernung von abgestorbenem Gewebe mittels sog. Wundtoilette (Débridement)
    • Bei bakteriellen Infektionen: Antibiotika
    • Schmerzbehandlung, z. B. mit Paracetamol, Ibuprofen
    • Ggf. chirurgische Behandlung
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